#31: Stefan Schröer von Superfreunde

Mit Superfreunde haben Stefan Schröer und seine Gang eine starke Biermarke geschaffen, die die Story von großen Jungsfreundschaften und gutem Bier erzählt. Das ist cool, das ist auch gutes Marketing. Einige nehmen ihnen das übel. Stefan ist das inzwischen ziemlich egal

„Wir haben eine Marke und produzieren Bier. Und die Marke bauen wir auf. Wenn man das versteht, ist man schon mal ein ganzes Stück weiter.“

Stefan Schröer

Eine unverwechselbare CI prägt alles, was aus dem Hause Superfreunde kommt. Bunt und punkig, Scharz-Weiß und grungig. Neuerdings Schwarz und Rot. Immer cool, immer stylisch. Was lernen wir daraus?

1.) Musik spielt eine große Rolle im Superfreunde-Kosmos.
2.) Die Jungs wissen was sie tun. Die mögen Marketing. Und sie mögen Bier.

Foto: Screenshot

Einige aus der Craft Beer Szene zweifeln ihre Bierkenntnisse an. Mehr Merch als Bier. Und eine Brauerei hätten sie auch nicht, heißt es in den gängigen Social-Media-Bierforen. Wer einmal einen Superfreunde-Post dort teilt, kann live erleben, wie das Bierlabel mitunter aneckt. „Das ist mir inzwischen ziemlich egal“, sagt Stefan. „Wir haben eine Marke und produzieren Bier in einer guten Brauerei. Und die Marke bauen wir auf. Wenn man das versteht, ist man schon mal ein ganzes Stück weiter.“


Hier geht’s zur aktuellen HHopcast-Podcast-Folge mit Stefan Schröer von Superfreunde

HHopcast, den Bierpodcast aus Hamburg von Regine Marxen und Stefan Endrigkeit, findet ihr außerdem auf:

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Am Anfang war die Gastro

Ur-Superfreund, sozusagen Superfreunde-Opa, ist neben Stefan Schröer Marco Sgarra. Sie sind beide gelernte Kaufleute, Hobbymusiker; Stefan hat im Musik-Business gearbeitet. Kennengelernt haben sie sich in einer Berliner Crêperie. Der Vibe zwischen ihnen stimmte. Beide sind Autodidakten. Ihr erstes gemeinsames Bierprojekt war eine Kollaboration mit BRLO, für die sie das Hausbier brauten. Es folgte Hops and Barley. Die Leidenschaft zum Bier wuchs, die Idee, daraus ein Geschäft jenseits der Gastronomie zu machen, verfestigte sich. 2015 war die Geburtsstunde der Superfreunde. Inzwischen ist die Gang gewachsen, unter anderem zählt der Hamburger Christian Buggenthin zum Vertriebsteam.

Von Berlin nach Hamburg

Zu ihren Bier-Standards gehören neben dem dezent kalt gehopften Pils das Old School Ale, ein Altbier. Beide Biere sind süffig, unkompliziert. Perfekt für Abende mit Freunden, an denen auch mal ein paar mehr Biere über den Tresen wandern können. Drinkability ist Stefan wichtig. Gutes Bier, gute Leute – und über allem schwebt die Story der unzertrennlichen Männerfreundschaft. Da passt es denn auch, dass alle Superfreunde inzwischen in Hamburg leben. Der Umzug von Berlin an die Elbe ist in Stefans Augen ein guter Schritt für ihr Geschäft gewesen. „In Berlin bist du einer von vielen“, sagt er. Ihre neue Heimat haben sie sich in Form eines Flagship Stores auf St. Pauli eingerichtet. Wo auch sonst. Hier kann man Bier kaufen, trinken, Freunde treffen.

Bärte, Bier & Freundschaft

Das alles mag auf dem ersten Blick klischeehaft wirken. Bärte, Bier, Kerle, cooler Look und noch coolere Klamotten. Alles derbe lässig. Wer den zweiten Blick auf das Bierlabel auslässt, könnte all das als Marketing-Blase abtun. Das aber wäre schade. Denn wer sich mit den Jungs unterhält, merkt schnell: Die sind authentisch, sehr entspannt und mit der Marke verwachsen. Seit der Gründung basteln Stefan und Marco beständig an ihrem Superfreunde-Kosmos, und der soll bitte einen guten Beat haben – auf allen Ebenen. Im Zentrum steht das Bier, um das sich inzwischen eine ansehnliche Fashionserie gruppiert. „Wer bei uns im Shop Bier kauft, kauft oft gleich ein Shirt dazu“, sagt Stefan. Der Umsatz fließt hier also nicht nur über Hopfengetränke alleine, sondern auch über das originelle Merch. Ist das verwerflich?

Superfreunde Pils Release
Stefan und Buggie von den Superfreunden beim Pils Release im TipTop Kiosk in Hamburg

Bierlabel vs. Brauerei

Für einige schon. Vor allem Hopheads finden die Superfreunde biertechnisch oft eher öde, andere stört, dass diese keine eigene Brauerei haben und als Gypsy Brewer ihr Geld verdienen. Mit Sicherheit ist das Risiko, eine eigene Brauerei zu gründen hoch. Keine Frage, auch wir zollen dem einen Riesenrespekt. Aber sind Bierlabel deshalb weniger wert? So lange dieses mit Qualität überzeugt, eine eigene Handschrift trägt und in einer inhabergeführten Brauerei gebraut wird, gibt es wenig Gründe, dieses Bier aus dem Craft Beer Regal zu verbannen. Auch Omnipollo braut in fremden Brauereien. Und für diese blättert der Bierliebhaber mitunter einiges mehr hin.

Bier bleibt Bier

Stefan selber zuckt bei dieser Diskussion inzwischen nur müde mit einer Augenbraue. An dieser Frage wollen sich die Jungs nicht mehr abarbeiten. Lieber feilen sie an neuen Bieren. Demnächst servieren sie Dosenkost. Das dürfte sogar die Herzen der eingefleischten Hopfenfans erweichen.

Wir können viel über Bier reden. Am Ende, so der Superfreunde-Slogan, gilt nur eines: Bier bleibt Bier!

Foto: Screenshot

Bereits gelauncht wurde das SUPERFREUNDE x BAD WEATHER FRIENDS – LAGER, ein schlankes, leichtes Lagerbier, das wohl vor allem die Zielgruppe jenseits der hopfenverwöhnten Craft-Beer-Crowd ansprechen soll. Raus aus der Craft-Beer-, rein in die Bier-für-alle-Blase. Wir können viel über Bier reden, so das Superfreunde-Motto. Am Ende gilt: Bier bleibt Bier. Cheers.

Text: Regine Marxen. Header: Superfreunde

Links

Am Anfang war die Gastro: BRLO
Hops and Barley
Stefans ehemaliger Verlag
Pils: Brauerei Wagner
Binkert
Craftzentrum Berlin
Hier sind sie manchmal am Hahn:
Galopper des Jahres, Altes Mädchen, Überquell
Neuer Vertrieb: One Pint
Craft Beer Days Hamburg
Norderstedt

Inselbier

Pils und Keller (ungespundetes Lagerbier)

Bier-Termine

19.10.2019: Tap Takeover Simian Ales Craft Beer Bar Hamburg
17.10.2019: Alternative Bierdegustation im Galopper, Hamburg
17.-10.19: Collabfest 2019, BrewDog St. Pauli, Hamburg

Verköstigte Biere

Quartiermeister / Alkoholfreies Kellerbier und Natur-Radler
Antwerpse Brouw Compagnie / Seef

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