Tschüss Meiningers CRAFT: Was kommt jetzt, Dirk Omlor?

Drei Jahre hat Dirk Omlor als Chefredakteur das Meiningers CRAFT verantwortet. Jetzt geht er neue Wege. Am 30. Juni diesen Jahres ist Schluss; der Chef geht. Dem Bier aber bleibt er treu. HHopcast hat nachgefragt.

Interview: Regine Marxen. Fotos: Ralf Ziegler/Ad Lumina

HHopcast: Dirk, 16 Jahren Meininger Verlag und drei Jahre Chefredakteur bei Meiningers Craft, das ist ’ne ganze Ecke. Warum – und wann – verlässt du den Verlag?

Dirk Omlor: Ich hatte beim Meininger Verlag eine tolle Zeit. Für die 14-täglich erscheinende Fachzeitschrift „Getränke Zeitung“ betreue ich seit 16 Jahren das Ressort „Bier“. Vor fünf Jahren habe ich zusammen mit lieben Kollegen den Craft Beer Award entwickelt und zwei Jahre später dann Meiningers Craft. Seit Januar 2017 bin ich auch der Chefredakteur der Getränke Zeitung. Ich habe das Gefühl, beim Meininger Verlag in Sachen Bier wirklich alles erreicht zu haben. Es läuft super und macht wirklich Spaß. Doch irgendwie schleicht sich dann doch ein „und täglich grüßt das Murmeltier-Gefühl“ ein. Nach dem Motto „wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören“ suche ich nun neue Herausforderungen.

Ist es nicht schade, das ausgerechnet jetzt zu tun, wo sich doch scheinbar so viel tut auf dem Craft-Markt und wir in einer Phase der Verstetigung zu sein scheinen?

Das ist genau der Grund, warum ich es jetzt tue. Ich will ja nicht weg von der Branche. Ich habe selbst in Weihenstephan studiert, bin Brau-Ingenieur und mit Leib und Seele dem Bier und den Brauern verbunden. Die Themen Storytelling und glaubwürdige Marken werden immer wichtiger. Genau hierbei will ich den Brauern helfen. Ich kann schreiben, haben ein Gespür für den Biermarkt und die Konsumenten und liebe Bier. Außerdem haben ich in den letzten 16 Jahren ein enormes Netzwerk aufgebaut. Was liegt also näher als sich mit einem Text- und Pressebüro für Brauer selbstständig zu machen.

Was genau planst Du?

Neben dem Textbüro will ich die Brauer in Sachen Vermarktung beraten. Ich habe in den letzten Jahren schon einige Händler und Brauer erfolgreich bei ihrer Vermarktung beraten. Auch hier will ich mein Know-how der Braubranche zur Verfügung stellen. Und ich werde noch eine andere Sache machen, über die ich jetzt noch nicht sprechen kann. Das wird aber für eine Überraschung in der Getränkebranche sorgen, da bin ich mir sicher.

Kleine Retrospektive: Über welches Interview oder welche Story hast du dich am meisten gefreut?

Oh, da gibt es viele. Die Rubrik „Nah dran an…“ in Meiningers Craft hat mir enormen Spaß gemacht. Hier traf ich Top-Manager und Köpfe der Bierbranche zum Gespräch außerhalb des Büros. Alle Begegnungen waren sehr besonders. Was mich noch sehr freut, ist die Beliebtheit meines Tagebuchs. Die Idee gefiel mir, doch ich war mir nicht sicher, ob die Leute das gut finden. Inzwischen ist es die Rubrik in Meiningers Craft, auf die ich die meisten Rückmeldungen bekomme. Und zwar ausnahmslos positive. Dirks Diary zu schreiben, ist immer ein Highlight. Und vielleicht mach ich das ja auch weiter, im Internet und/oder als Buch, mal sehen.

Und auch diese Frage muss sein: Erinnerst du dich an einen fiesen Patzer, einen Fehler, der dir nie wieder unterlaufen ist?

Wir hatten bei Meiningers Craft einmal einen freien Autor, der hieß mit Vornamen Alexander. Im Magazin schrieb ich aber Andreas, weil ich jemanden mit dem gleichen Nachnamen kenne, der Andreas heißt. Der Autor wies mich nach Erscheinen des Heftes auf den falschen Vornamen hin und ich entschuldigte mich bei ihm. In der nächsten Ausgabe ist mir das dann wieder passiert. Das war echt peinlich.

„Ich war gerade acht Jahre alt und kaufte mir von meinem Taschengeld ein YPS-Heft. Darin: ein Zaubertrick. Von da an hat mich das Zaubern nicht mehr losgelassen.“

Du kennst die Brauerwelt wie deine Westentasche. Gibt es da jemanden, der dich echt überrascht hat mit seinen Bieren?

Das ist die Brauerei Riegele aus Augsburg. Eine bayerische Traditionsbrauerei, die abseits ihrer klassischen Sorten neu gedacht hat. Heraus kamen sensationell gute Biere. Aber auch andere, früher eher konservativ daherkommende Brauer haben mich mit ihren sagenhaft guten Bieren überrascht. So zum Beispiel die Brauerei Gebr. Maisel oder die Störtebeker Brauerei.

Dirk. Hand aufs Herz. Du bist ein gespaltener Mensch: Erzähl  uns doch etwas über Rudi Lauer…

Rudi Lauer ist eine saarländische Kunstfigur, die ich seit einigen Jahren spiele. Er ist Saarländer, Taxifahrer und Hobby-Zauberer. Rudi Lauer zaubert und erklärt auf Saarländisch seine Sicht der Dinge. Dass er fast nebenbei noch kleine Wunder vollbringt, lässt ihn eher kalt. Seine komplette Vita und ein paar Videos sind unter www.rudi-lauer.de zu sehen.


 Wann ist Lauer in dein Leben getreten?

Das war 2008. Rudi war eine Figur in dem Stück „Drei Zauberer und ein Todesfall“, das ich zusammen mit zwei lieben Zauberkollegen gespielt habe. Es war eine rabenschwarze Komödie, die wir insgesamt über 60 Mal bundesweit aufgeführt haben. Dabei kam der Rudi so gut an, das ich seitdem nicht mehr ohne ihn kann…

Wie kommt ein Biersommelier und Chefredakteur auf die Bühne?

Angefangen hat alles 1977. Ich war gerade acht Jahre alt und kaufte mir von meinem Taschengeld ein YPS-Heft. Darin: ein Zaubertrick. Von da an hat mich das Zaubern nicht mehr losgelassen und es folgten die ersten Auftritte bei Familienfeiern. Seit Anfang der 90er-Jahre trete ich öffentlich auf und habe damit mein Studium finanziert. Neben dem Thema Bier ist das meine große Leidenschaft.

Kleine Frage, die wir gerne in unseren Interviews stellen: Welches Bier würdest DU mit auf die einsame Insel nehmen…

Das Landbier der Brauerei Bayer aus dem Fränkischen Theinheim.

Alles Gute, Dirk Omlor, und viel Spaß und Erfolg bei deinen Plänen!

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